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Liebe Leserinnen und Leser! Das historische Anna-Fest Anfang Juni hat uns anschaulich vor Augen geführt, wir vor über 500 Jahren das Anna-Haupt nach Düren gekommen ist. Es gab damals im Jahre 1501 einen heftigen Streit mit den Mainzern, bei denen die Anna-Reliquie bis dahin war. Letztendlich war es der Glaube der Menschen in Düren, der für die Verfügung des Papstes entscheidend war, das Anna-Haupt in Düren zu belassen. Die Anna-Oktav ist in jedem Jahr Anlass, nicht nur etwas Historisches zu begehen, sondern die Aktualität dieses Schatzes, den wir in Düren verwahren, ins Blickfeld zu rücken. In diesem Jahr steht ein Wort des Bischofs Ignatius von Antiochien aus dem Jahr 120 n. Chr. über der Anna-Woche: „Nehmt Gottes Melodie in euch auf!“. Es stellt uns vor die Frage, welche Rhythmen und Melodien unser Leben bestimmen. Welche Töne, welche Melodien bestimmen unsere Tage? Ist es allein der Rhythmus von Arbeit und Freizeit, von Sorge um das Eigene und Äußere? Oder wie lassen wir uns anregen von Melodien der Einen Welt, von Rhythmen, die etwas erahnen lassen von einem neuen Himmel und einer neuen Erde? Ist das Auf und Ab der Töne eines Tages, einer Woche, eines Lebensabschnittes so angelegt, dass Gott die Chance hat, mit seiner Melodie ins Spiel zu kommen? Wenn ich einen Tag mit einem Kreuzzeichen beginne oder mit einem anderen Morgengebet, nehme ich Gott schon hinein in meinen Alltag. Wenn ich am Sonntag Gottes Wort im Gottesdienst höre und es mit meinem Leben in Beziehung setze, nehme ich die Töne dessen, was mir die Hl. Schrift anbietet, in mein Leben auf. Wenn Eltern ihr Kind taufen lassen, wenn Paare ihre Liebe auch vor Gott feiern, wenn Kranke und Sterbende das Sakrament der Krankensalbung empfangen, dann nehmen sie bewusst Gottes Melodie in ihr Leben auf. Das eigene Leben wird dann geweitet, wird erfüllter, ertönt in einem anderen Klang, lässt andere Töne in meinem Herzen erklingen, die Hoffnung schenken. „Nehmt Gottes Melodie in euch auf!“ Diese Einladung gilt nicht nur einzelnen Menschen, sondern auch uns als Gemeinden, als Kirche, als Gesellschaft. Gottes Melodien singen von Gerechtigkeit und Frieden, von Liebe und Versöhnung, von Freude und Hoffnung. Wenn diese Melodien unser Leben durchdringen, kann sich vieles verändern, was uns zur Zeit bedrückt und belastet, vor dem wir ohnmächtig und ratlos dastehen. Möge die Melodie Gottes das Denken und Sprechen, das Leben und Handeln zutiefst erfüllen! Herzliche Einladung zu allen Gottesdiensten und Begegnungen in der diesjährigen Anna-Oktav! Hans-Otto von Danwitz |
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